
Kap Arkona-StrandStrandführer · Deutschland
Baltische Klippendramatik am nördlichsten Kap Deutschlands




Über
Der Strand von Kap Arkona erstreckt sich etwa 2.000 Meter entlang der Nordspitze von Rügen, wo sich grauer Mischsand mit dem offenen blauen Ostseewasser unter bröckelnden Kreideklippen trifft. Das Kap strahlt eine rohe, exponierte Energie aus — starke Winde fegen über die Landzunge, und die Klippen bröckeln weiter, was der Küste einen unruhigen, ständig wechselnden Charakter verleiht. Zwei historische Leuchttürme wachen über den Strand, darunter der Backsteinturm von Karl Friedrich Schinkel aus dem Jahr 1826. Dazu kommen die Erdwallruinen der slawischen Jaromarsburg, die der Geschichte bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht. Der Zugang zur Klippenbasis ist wegen Steinschlaggefahr immer stärker eingeschränkt, sodass das Erlebnis hier meist von oben statt am Strand stattfindet. Es ist ein wildes, geschichtsträchtiges Fleckchen — weniger ein Sonnenbadestrand, mehr eine Landschaft, die man lesen lernt.
Anreise
Die meisten Besucher fahren zum großen gebührenpflichtigen Parkplatz in Putgarten — für bis zu 8 Stunden zahlt man etwa 10 Euro, für Übernachtungen oder große Fahrzeuge gelten höhere Preise. Von dort sind es etwa 20 Minuten zu Fuß zum Kap oder man nimmt die touristische Feldbahn. Mit dem Boot kommt man auch von Binz oder Sassnitz heran. Der Strand an der Klippenbasis ist nicht rollstuhlgerecht; der Klippenbereich ist teilweise mit der Feldbahn erreichbar.
Für wen?
Für Paare
Der Klippenweg von Kap Arkona zum Reetdach-Fischerdorf Vitt — 2 km Ostwind, Leuchtturm-Blicke und Kreideklippen — macht für zwei einen atmosphärischen und unvergesslichen Nachmittag. Komm im Juni oder September für ruhigere Wege und längeres Licht.
Für Familien
Familien mit älteren Kindern finden hier echte Geschichte zum Anfassen — zwei Leuchttürme, eine slawische Festung und eine Feldbahnfahrt von Putgarten machen einen ganzen Tag voller Entdeckungen aus. Jüngere Kinder und Kinderwagen sollten sich auf den Klippenbereich beschränken; der Strand an der Klippenbasis ist nicht zugänglich und birgt Steinschlagrisiko.
Unsere Meinung
Kap Arkona ist kein Strand, an dem man baden oder sonnen will — und das muss klar gesagt sein. Baden ist gefährlich, der Zugang zur Klippenbasis ist wegen aktiver Steinschlaggefahr eingeschränkt, und die Ostsee hier ist rau und unberechenbar. Was du stattdessen bekommst, ist einer der geschichtsträchtigsten und geografisch aufgeladensten Landvorsprünge Deutschlands: der nördlichste Punkt von Rügen, zwei Leuchttürme, darunter ein Original von Schinkel, eine slawische Festung, die viele mittelalterliche europäische Wahrzeichen übertrifft, und ein Klippenweg zu einem Fischerdorf, das seit zwei Jahrhunderten kaum verändert aussieht. Der graue Mischsand und das blaue Ostseewasser unter den Kreideklippen lassen sich am besten von oben genießen, nicht von unten. Komm im Juni oder September, geh nach Vitt, stell dich in den Wind am Leuchtturm und lass dir den Ort zeigen, was er wirklich ist — ein wildes, geschichtsträchtiges Kap — statt ihn wie einen Badeort zu behandeln.
Was tun
Die beiden Leuchttürme von Kap Arkona sind das Highlight — der alte Schinkel-Turm (1826) und der neuere, aktive Leuchtturm stehen nur 0,1 km vom Strand entfernt und sind ein Muss. Ein kurzer Spaziergang von 0,3 km bringt dich zur Jaromarsburg, den Erdwallresten einer slawischen Rani-Festung, die diese Landzunge zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert beherrschte. Zwei Kilometer weiter auf dem Klippenweg liegt Vitt, ein erhaltenes Fischerdorf mit Reetdächern aus dem 18. Jahrhundert, das den Spaziergang mehr als lohnt. Die Seezeichen Südperd, Tiefwassertonne und Glockenleuchttonne, alle innerhalb von 0,1 km, verleihen dem Kap noch mehr maritimen Charme.
Der alte Schinkel-Leuchtturm, eingerahmt vom offenen blauen Ostseewasser, ist der Klassiker — positionier dich auf dem Klippenweg südlich des Turms für den besten Winkel.
Die abbröckelnden Kreide-Klippen, fotografiert aus sicherer Entfernung auf dem markierten Weg, liefern geologische Dramatik pur. Für eine weitere Perspektive fängt der Blick nach Norden vom Kap zu den Seezeichen die ganze exponierte Stimmung des nördlichsten Punkts von Rügen ein.
Wo essen
Die nächste Option ist Utspann, 1,4 km vom Strand entfernt, gefolgt von Zur kleinen Rast, einem Café 2,6 km entfernt — beide gute Stopps nach dem Klippenweg. Für regionale Küche gibt es Pferdestübchen in 6,5 km Entfernung und 'Zur Sandbank' mit regionaler Küche in 8,3 km. Pack dir am besten einen Snack für den Strand ein; am Ufer gibt es keine Einrichtungen.
Wo schlafen
Zum Kap Arkona, nur 1,2 km entfernt, ist die naheliegendste Unterkunft, wenn du direkt vor den Leuchttürmen sein willst. Ferienwohnungen Arkonablick bietet Selbstversorger-Apartments in 7,3 km Entfernung — eine gute Wahl für längere Aufenthalte. Weitere Optionen sind Am Teich in 11,7 km und Landhotel Garni – Gut Lebbin in 13,2 km für alle, die es ruhiger und ländlicher mögen.
Fotografie
Die beiden Leuchttürme im goldenen Licht — besonders der Schinkel-Turm vor einem stürmischen Osthimmel — sind das perfekte Motiv; komm früh morgens, um andere Besucher zu vermeiden und das flache Nordlicht über dem grauen Mischsand und dem blauen Wasser unter dir einzufangen. Die abbröckelnden Kreide-Klippen, besonders vom markierten Klippenweg aus gesehen, bieten dramatische abstrakte Strukturen und Weiten, die ein Weitwinkelobjektiv belohnen.
Gut zu wissen
Aktive Klippenabbrüche machen Steinschlag zu einer echten Gefahr — bleib unbedingt auf den markierten Wegen nahe der Kanten und nähere dich der Klippenbasis nur, wenn du die aktuellen Hinweisschilder prüfst, denn der Zugang kann dort gesperrt sein. Schwimmen geht hier nicht: Die Ostsee an diesem exponierten Kap ist als gefährlich eingestuft, und starke Winde machen die Bedingungen unberechenbar. Sammle keine Steine oder Kreide von den Klippen — das ist verboten und beschleunigt die Erosion. Hunde sind am Strand willkommen, müssen aber in der Nähe von Klippenkanten an der Leine geführt werden. Vermeide Juli und August, wenn möglich: Der Klippenbereich und die Feldbahn sind dann extrem voll, und der Zugang zur Klippenbasis kann weiter eingeschränkt sein.
Karte
In der Nähe
Utspann
Zur kleinen Rast
Pferdestübchen
Morning (inclusive) & Evening (paid) Buffet
"Zur Sandbank"
Zum Kap Arkona
Ferienwohnungen Arkonablick
Am Teich
Landhotel Garni - Gut Lebbin
Haus Seeterrasse
Sehenswertes rund um Putgarten
Kap Arkona Lighthouses
Zwei historische Leuchttürme — der alte Backsteinturm von Schinkel (1826) und der neuere, aktive Leuchtturm.
Jaromarsburg
Erdwallreste einer slawischen Rani-Festung aus dem 9. bis 12. Jahrhundert.
Vitt fishing hamlet
Erhaltenes Fischerdorf mit Reetdächern aus dem 18. Jahrhundert, erreichbar zu Fuß von Kap Arkona.
Häufige Fragen
Die Angaben auf dieser Seite dienen nur zur Orientierung und können sich ändern. Zugangsbedingungen, Sicherheit und Infrastruktur können sich ohne Vorankündigung ändern. Überprüfen Sie vor der Anreise stets die offiziellen Quellen.
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Bildnachweise
Quellen und Lizenzen der oben gezeigten Fotos.
- Foto 1 — lxhkrd · source · CC0 1.0
- Foto 2 — Ruben Holthuijsen · source · CC BY 2.0
- Foto 3 — unukorno · source · CC BY 2.0
- Foto 4 — alfaltendorf · source · CC BY-SA 2.0
- Foto 5 — alfaltendorf · source · CC BY-SA 2.0
- Foto 6 — alfaltendorf · source · CC BY-SA 2.0












